Der Spatzen-Pfau
 

Ein Spatz wollte sein wie ein Pfau. Wie imponierte ihm der stolze Gang des großen Vogels, der hoch getragene Kopf, das mächtige Rad, das er schlug!


Der Spatzenpfau1„So will ich auch sein“, sagte der Spatz, „die Bewunderung der anderen wird mir sicher sein.“
Er reckte den Kopf, atmete tief ein, so dass sein schmales Brüstchen schwoll, spreizte die Schwanzfedern und versuchte so elegant zu laufen, wie er es bei dem Pfau gesehen hatte. So trippelte er hin und her und fühlte sich mächtig stolz.

Nachdem er dies längere Zeit so gemacht hatte, merkte er, dass ihn die ungewohnte Haltung anstrengte. Der Hals schmerzte, die Füße taten ihm weh und – was das Schlimmste war: Die anderen Vögel, die aufgeblasenen Amseln, die putzsüchtigen Kanarienvögel und die dümmlichen Enten, sie lachten alle über den Spatzenpfau.

Dem wurde es bald zu bunt. „Das Spiel gefällt mir nicht, ich habe es satt, Pfau zu sein! Ich will mich wieder wie ein Spatz bewegen.“ Doch als er versuchte, wieder wie ein Spatz zu laufen, gelang es ihm nicht. Statt wie vorher zu laufen, hüpfte er plötzlich und konnte nichts anderes mehr.

So lernten die Spatzen das Hüpfen.


Textfassung und Bild: Eva Marie Wowy

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